ed2murrow

Europa ist mitten unter uns

In eigener Sache III – bloggen in „Community“

with 12 comments

Die Sicht desjenigen, der in den Strukturen von www.freitag.de seine Texte anbietet, nicht sie zu verkaufen, schon eher, die Haut zu Markte tragend, habe ich aufgeschrieben. Dazu unten und in meinem Blog in jenem Wochentag, dort samt Diskussion im Rahmen. Ausgespart habe ich direkte Bemerkungen zur Community selbst. Hier, wo es hingehört, ein paar Bemerkungen dazu:

Vorgeschichte zur eigenen Sache I und II war die Sperrung einiger User durch die Moderation bei freitag.de. Ob sie zurecht erfolgte, lasse ich ausdrücklich offen. Jene User haben daraufhin auf eigens kreierten oder bereits vorhandenen Blogs in den Weiten des www teils kritische, teils polemische, teils absurde Anwürfe sowohl gegen derFreitag als solchen, teils gegen einzelne Mitglieder dessen online-Community gestartet. Hierbei wurde in Teilen ein Näheverhältnis zwischen der Moderation und Teilen der Userschaft  konstruiert. Höhepunkt der Kampagne, allerdings nicht ohne einen gewissen Reiz aufgrund seines Charakters als Negativpreis, war die Verleihung eines „Betonoskar“ samt aufwändiger Vorbereitung, was es ohne Mühe in die Relevanz von google‘s Suchmaschine geschafft hat.

Im Gegenzug wurden Bezugnahmen auf solche Blogs von der Moderation bei freitag.de als „tabu“ erklärt. Nicht etwa in „“ oder mit erkennbarer Ironie (angemerkt: Ironie versteht der Leser nie), sondern mit tatsächlicher Sanktion: Wer Ausführungen aus „solchen“ Blogs übernommen hat, sie auch nur verlinkte, wurde dem Bestrafungskanon (Ermahnung per Private Nachricht unter Darlegung der Gründe; gelbe Karte; Aussperrung aus der Plattform) ausgesetzt.

Letzter Empfänger dieser Behandlung war Blogger Hibou, den ich nicht persönlich kenne, dessen work in progress „Hotel Naipaula“ ich gleichwohl zu schätzen gelernt habe. Bei der Handhabung und den Konsequenzen (in der Tat sind die Texte dem Autor Hibou auf freitag.de nicht mehr zuordenbar, ggfs. nur unter größten Schwierigkeiten, weswegen ich von damnatio memoriae schreibe) gibt es drei Dinge zum Staunen: 1) Einen Index verbotener Publikationen gibt es erkennbar (also auch für etwaige Neulinge auf der Plattform, etwa durch AGB) nicht, in der Praxis schon  2) Den tabuisierten Plattformen und ihren Exilanten wurde ein reger Zulauf zuteil 3) Das Thema ist bei freitag.de nicht erledigt, ganz im Gegenteil.

Und täglich grüßt das Murmeltier …

Denn zu 3) ist der Blog http://www.freitag.de/community/blogs/kopen4ever/innovatives-missbrauchsurteil-am-landgericht-osnabrueck (sollte er gelöscht werden, andere Beispiele gibt es zuhauf!) jüngstes Beispiel: Von einem kürzlich bei Freitag.de angemeldeten Blogger als sein zweiter Artikel verfasst und mit einem Thema befasst, das sowohl politische, gesellschaftliche wie juristische Relevanz besitzt, obendrein für einen Blog-Neuling fein geschrieben, findet sich plötzlich ab 07.02., 22:11 Uhr ein sonderbares off-topic. Das mit der Zeit und Verlauf zu dem wird, was Jakob Augstein  zum Aufruf zu „Zivilität im Netz“ veranlasst hat: „Wenn der Respekt vor dem Gegenüber verloren geht weil man das Gegenüber gar nicht mehr im Blick hat. Sondern nur sich selbst:“ Ich überlasse Ihnen, die dies hier zur Kenntnis nehmen, die weitere Lektüre.

Die Fortsetzung der Aggression auf dem Buckel Dritter ist der bisherige Höhepunkt der Missachtung, nein, ich muss mich korrigieren: Der Verachtung von Bloggern gegenüber anderen Bloggern. Die Beteiligten sind an Ihren Nicknames erkennbar, der Wiedererkennungswert unbestreitbar. Wie auch die darin zum Tragen kommende, völlige Hilflosigkeit gegenüber gratis gelieferter, aufdringlicher Aufmerksamkeit.

Wer will, kann darin eine Dynamik im Zeitraffer erkennen, die zu tatsächlichem Exil zu führen vermag. Augstein mit seiner umfassenden Bildung brachte das Beispiel eines Ovid, ich nur aufgrund einer aktuellen Lektüre einen deutschen Schriftsteller. Einem Linken. Der von den eigenen Genossen wegen seines Moskau 1937 emarginiert wurde. Vielleicht nur aus Neid vor seinem Erfolg. Oder weil vermeintlicher Gruppenzwang alles ins Liederliche zu nivellieren versucht.

Heute, in einem Forum eines Mediums, das sich als links-liberal bezeichnet, ein Hohnlachen an die Geschichte, perpetuiert von Groupies des jüngsten Gerichts. /hardignore

 

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Written by ed2murrow

13. Februar 2011 um 01:04

Veröffentlicht in Alltag, Deutschland, Kultur

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12 Antworten

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  1. das ist keine verachtung,
    eher wirklich „krank“, worauf auch immer
    derartiges „aus-dem-ruder“ einiger sich stützt…

    es wäre die erste und wichtigste „taktik“,
    bei ttb nicht zu lesen, draufhin einfach jeden user als eben diesen user mit diesem/jenem nick zu „behandeln“, unter dem er/sie schreibt, was letztendlich hieße, den inhalt der texte zu „behandeln“ …

    ich kenne diese situation seitdem ich überhaupt im netz unterwegs bin, weil ich sofort in einem forum gelandet und gestrandet auf jahre. wir hatten auf der einen seite „die kranken“ und auf der andren „die gesunden“, die angeblich von derlei „kranken“ „krankgemacht worden sind“ , agiert wurde mit der „vom-opfer-zum-täter-werden“-theorie aufs übelste. allerdings von „kranker seite“ aus nun wiederum auch ein wildes diagnostizieren von egal-wem-„gesunden“, von schließlich allen seiten, zwei hauptströmungen mit allerlei unter-… wurde dasselbe wie hier betriebung, erstmal fronten-schaffung, dann festigung und im festen offener „krieg“ , nicht anders als reale kriege, einschließlich toten (hierbei per suizid) …
    dem ist NICHT von außen beizukommen! jede/r muß da wirklich für sich entscheiden : mitmachen oder seinlassen, irgendetwas zu diktieren ist sinnlos und vor allem bleibt folgenlos…
    ich habe grad in „altem“ gestöbert und werd die tage -so zeit dazu und ausreichend „munter“ einiges in mein blog kopieren, aber unter dem stichwort „heaver“ dürfte sich vielleicht noch das eine oder andere „ergebnis“ von derartigem wiederfinden lassen.
    interessant und gleichzeitig höchst widerwärtig empfinde ich, gleiches „psychologisieren“/“pathologisieren“/“diagnostizieren“ vorzufinden, wie „damals“ bei uns, dieselbe „waffe“, obwohl ein vorgeblich (auch von dir) „politisches medium“, statt eines selbsthilfeforums für psych. erkrankungen…
    ich schriebs im freitag gleich zu (meinem dort) anfang: diese community ist schlimmer (unziviler) als unser altes forum, wobei wir, denke ich, weit mehr aufrufe und mitglieder zählten, auch in kommunikation aktive mitglieder …
    diese „spiele“ sinnen auf „vernichtung“, wenn man sie mal „runterbricht“ und wer sich nicht im „spiel“ einhausen kann, aber auch nicht „geht“, gerät durchaus ins erleben von „vernichtung“ , was bei einigen solcher leute, grad, wenn ihnen das netz, eine community lebensraum wurd, zur vorwegnahme von vernichtung durch andere per eigener führen kann, was nicht „suizid“ heißen muß, es gibt auch andere wege…
    das ist nun zugespitzt wahrscheinlich, doch diese „waffe“, die da gebraucht wird nun immer mehr auf allen seiten ist kein spielzeugpanzer! und eben nicht zu vernachlässigen, wenn da schon herumanalysiert werden soll bzw wege gefunden werden wollen…
    dem kommst du -hierbei- mit dem, was/wie du schreibst (möglichst immer die mitte 😉 ) NICHT bei!

    lg

    jana

    13. Februar 2011 at 01:40

    • Die Weiterführung von Sichtweisen („war es auch nicht anders“) unter Beibehaltung von Strukturen: Das ist meine Hauptkritik. Es hat nicht funktioniert und wird nie funktionieren, weil es an strukturellen Widersprüchen zerbricht. Das menschliche Zerbrechen ist daraus Folge, nicht Ursache.
      Weswegen ich nicht müde werde, zu sagen, das Netz ist ein öffentlicher Raum wie jeder andere auch. Ihn in die Form der Kommunikation einhegen zu wollen ist die Sichtweise von Mediengesetzen. Damit ist bereits, weitgehend unbestritten, eine der größten Zensuraktionen durchgewunken worden – die zwangsweise Depublikation. Das wird eines der nächsten Themen sein.
      Wie aber den öffentlichen Raum besiedeln, wenn die bisher eingenommenen in Dörfern, Städten, Ländern strukturelle Fehler aufweisen? In dem man die Fehler benennt. Und sich dabei nicht „irre“ machen läßt von denen, die dazu stets bereit sind, das weiße Designerjäckchen mit der hinteren Knöpfung zu schwenken.

      ed2murrow

      13. Februar 2011 at 12:46

      • gut , genauer…
        schau dir das an (nur mal kurz rein) :
        http://hivers.wordpress.com/

        vieles, was „hiver“ da schreibt, ist wirklich nicht „verkehrt“, das meiste nutzt sie, wie wiederum die damaligen forenmitglieder im sehr eigenen sinn, also der sinngebung 😉
        und es passierte auch ähnliches wie im jetzigen (dauer)konflikt : wenn du auf „keiner seite“ stehst, weilde da nuneinmal nirgens irgendwie stehst, dann bekommstes von beiden (bzw eben allen vorhandenen) seiten, einfachso…
        der auslösende „vorfall“ fand zwischen 2000-2002 statt, seitdem, trotz spaltung des großforum in zig kleine existiert hiver für die verstreuten ehemaligen „hatz-protagonisten“ wie aber auch sämtliche foren weiterhin für diese „hiver“ , davor gabs den „krieg“ mit einem vorgeblich „medizinischen forum“, genannt „med1“, woheraus die bc erst entstand/sich als „betroffenen/überlebende-forum“ absetzte, soweit ich weiß, in diesem med1 war man schnell bei der hand mit euthanasie-forderungen und auch sonst nicht recht „zimperlich“…

        lies kurz rein, wenn du magst und vielleicht verstehst du dann ein „genauso“, denn es ist unabhängiges, von den themen, vom rahmen, von der sprache (journaillie, proll, psycho…egal was)…

        jana

        13. Februar 2011 at 22:17

      • Hallo Jana,
        anschauen werde ich es mir.
        Gruß, e2m

        ed2murrow

        13. Februar 2011 at 22:57

  2. Lieber ed2murrow,

    viel Zustimmung zu ihrem Text, aber ihre Behauptung, “ …teils absurde Anwürfe“, teile ich nicht. Die politische Nähe von Moderation und „Betondamen“ und „Betonherren“ stellte ich nicht nur während meines Schreibens gegen(strukturellen) Antisemitismus fest (gerne liefere ich dafür Belege), sondern insbesondere während meiner letzten beiden Blogs, „Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik“, sowie Silvio Gesell, Rudolf Steiner und die „braune Soße“. Alle Kommentare sind auf meinem Blog nachlesbar. Jeder interessierte Beobachter kann sich ein eigenes Bild machen. Wer nach dem Lesen der beiden Blogs UND der knapp 450 Kommentare behauptet, zwischen Moderation und Beton-Usern (u.a. Gesellianern) bestünde keine Nähe, geht für mich zukünftig als „Troll“ durch.

    Die einfachste Lösung für die von ihnen angesprochene Problematik wäre, dass der „Freitag“ in seinen AGB das „Verlink-Verbot“ auf die „Tabublogs“ mit aufnimmt. Damit wäre zumindest in dieser Hinsicht rechtlich der Schein gewahrt. Dass die AGB des „Freitag“ nur Makulatur sind, konnte ich bei den vielen ungeahndeten Beleidigungen von „Rahab“ und Co. feststellen. Einseitige Zensur ist aus meiner Sicht ein „Markenzeichen“ dieser Community.

    Ich vermute mal, die Nachrücker „ebertus“, „Iranopoly“ und „Freiheitsliebender“ konnten bisher die Lücke nicht ganz schließen, die Rainer Kühn, Hermanitou und Hilbou hinterließen.

    PS: Ich stimme, wie sehr oft, mit J-AP (12.02.2011 um 18:17) überein, dass der Versuch von Augstein ein linksliberales Blogger-Forum zu schaffen anerkennenswert war. Leider blieb es bei dem Versuch.

    Grüße fidelche

    fidelche

    13. Februar 2011 at 14:37

    • Ich bleibe bei „konstruiert“. Denn Ihr Verhältnis zur Wirklichkeit ist taktisch, solange Sie das Primat von „was ist links“ mit Verben wie „müssen“ garnieren. In dem sind Sie auch noch erkennbar unehrlich, wenn das sich-abarbeiten an Autoren vergangener Zeiten ausschließlich ohne Berücksichtung des jeweiligen historischen Kontextes erfolgt, gleichwohl Versuche, es zu tun, in absurden Vorwürfen mündet.
      Sie wären gut beraten, würden Sie die neuen Phänomene wie Mythenbildungen in Naturwissenschaften, Medizin, Geschichtsschreibung als solche benennen und in umserem heutigen Kontext diskutieren, statt sich an einer doppelten Spiegelung zu verheben.
      Ich wende mich schließlich dezidiert gegen den Begriff „Zensur“ den Sie in gleicher Mem-Form verwenden wie zahlreiche User bei freitag.de: Die Moderation erfolgt auf privatrechtlicher Basis, nur die sog. Drittwirkung des Art. 5 spielt hier herein. Die Entscheidungen der Moderation erachte ich nicht völlig frei von Ermesssensfehlern, aber nicht als Willkür. Denn Gelegenheit zur Äußerung und entsprechende Hinweise sind immer gegeben worden.

      ed2murrow

      13. Februar 2011 at 17:10

      • Zugegeben, einige meiner Blogs waren taktisch motiviert. Zugegeben, das Wort „müssen“ ist in meinem Text, „Was ist heute links“ zu oft platziert. Silvio Gesell habe ich sehr wohl im historischen Kontext gewürdigt, wie ich Gottfried Feder, NS-Lebensborn, Otto Strasser, Ernst Niekisch und Adolf Hitler im historischen Kontext würdige. Ich kenne sehr viele „Macher“ des „Chiemgauers“ und das entsprechende grüne Umfeld. So gut wie alle lehnen die Freilandtheorie von Gesell ab, sogar Werner Onken erkennt den sozialdarwinistischen Charakter dieser Lehre. Niemand aus diesem Kreis würde Silvio Gesells Menschenzuchttheorie, im Gegensatz zu den bekannten Freitagsbloggern, emanzipatorisch bezeichnen, was letztlich nicht erwähnenswert wäre, wenn die Freitagsmoderation diese Ansichten nicht mit Deaktivierungen schützen würde.

        Gelegenheit zur Äußerung gab mir die „Freitagsredaktion2 nicht, deshalb nahm ich mir das Recht der Äußerung und der Information auf meinem Blog. Die Redaktion reagierte während und nach meiner Zeit als „Freitags-Blogger“ auf keine meiner acht Anfragen. Ich wurde ohne Vorwarnung unbegrenzt deaktiviert. Soweit mir bekannt ist, wurden andere Blogger erst mit „Gelber Karte“ und dann mit einer Woche Sperrung sanktioniert.

        Von dritter Seite weiß ich, dass ich innerhalb der FC der „Bösewicht“ Nr. 1 bin. Darauf bin ich nicht stolz. Ich habe in ihrem Forum einigen Leuten auf die Finger geklopft, dazu stehe ich. Diese BloggerInnen haben es meiner Meinung verdient. Ich bekam andererseits von einigen, auch aktuellen Freitagsbloggern viel Zustimmung. So gesehen war meine Zeit im „Freitag“ für mich keine „verlorene Zeit“. Der „Freitag“ mit seiner Moderation ist nicht „meine“ Zeitung. Das Verhalten von Moderation und Redaktion lehne ich unbeirrt ab. Sie handelt meiner Meinung nicht nur aus Willkür sondern schlimmer, sie identifiziert sich mit meinen politischen Gegnern. Ich bin seit 30 Jahren Konkret Leser und von daher für viele politische Positionen offen. Nationalbolschewismus und (strukturellen) Antisemitismus lehne ich allerdings strikt ab.

        Ihre Bemühungen für eine Korrektur der „Freitag-Community“ sind ehrenhaft. Die Intention ihrer letzen Bogs war offenbar der Versuch einer Verbesserung der Situation. Diese Chance wurde nach Durchsicht der Kommentare, aus meiner Sicht, vergeben. Rainer Kühn, Hermanitou, Hilbou, J-AP und viele andere haben, bzw. werden das „Freitags-Forum“ verlassen. Es wird „kühl“ werden in dieser Community. Trotzdem bedanke ich mich für ihre Bemühungen und ehrlichen Antworten.

        Grüße fidelche

        fidelche

        14. Februar 2011 at 01:04

      • Ein Aufreger zu sein ist nicht gleichbedeutend mit Bösewicht Nr. 1, diesen Alleinstellungsanspruch können Sie sich abschminken. Genauso wie den Versuch, sonstige Etiketten zu verteilen.

        Ihre ganze Sprache ist von Taktik durchsetzt. Beispiel: „Ihre Bemühungen für eine Korrektur … sind ehrenhaft.“ Auf sowas springt nur ein Dödel an, der sich von Ihrem Lob gebauchpinselt fühlt. Denn Ihre wahre Intention mit dem Satz ist das Herauskehren von Korrektur. Falsch! Ich kann nicht etwas korrigieren, was nicht korrigierbar ist. Ich kann nur benennen und bestenfalls daraus Denkanstösse ableiten. Mir hat sich dadurch nur eines offenbart: Wer überhaupt an so etwas Interesse hat oder das als Kinderkram abtut. Es ist nicht repräsentativ, aber entwirft ein Bild des Konzeptes Community. Sie waren dazu nur einer der Risse in einer kurzen Vergangenheit.

        „Ihr“ Thema ist damit durch. Auch hier. Ich fordere Sie höflich auf, das wörtlich zu nehmen.

        ed2murrow

        14. Februar 2011 at 09:22

  3. Vom Neuverleger Jakob Augstein wurde der „Freitag als Marke“ gekauft, es fand keine Übernahme einer Zeitungsgesellschaft mit Tradition statt, so hieß es im Autorenbriefing vor zwei Jahren.
    Als mit dem „Minarettstreit“/Pro-Köln-Partei in der Community das erste Mal ein heftiger politischer Streit ausbrach, konnte dessen Grundlegung bis heute nicht adäquat diskutierbar gemacht werden. Ob es später um das Eindringen von Nazi-Trolls oder selbstgeglaubt linken autoritären Betonbloggern oder um das Drumherum zur „Gaza-Hilfsflotte“ ging, die Moderation der Community war dezidiert an redaktionellen Positionen orientiert und hat schwere falsche Anwürfe gegen kritische Blogger nicht geahndet, vielmehr letztlich immer diese gesperrt.
    Ob das Zensur ist (für mich ja, und erlaubt, weil Zeitungen im Kapitalismus mächtige Tendenzbetriebe sind, so ist es eben, und Kritik benennt das) oder nicht, ist mir letztlich egal (das ist inner circle): ablesbar nach zwei Jahren Online-Freitag ist, daß der Traditionsbestand der Zeitung schmilzt, ihr Name tatsächlich hauptsächlich durchdesigned worden ist. Blogger wie Fidelche werden – mit unsäglichen Beleidigungen durch Communityuser im Gepäck – ‚verabschiedet‘, Koran-Lehrer und ‚Tal-der-Wölfe‘-Supporter ohne jeden Anwurf durchgetragen. Und vom Freitags-Boulevard will ich hier mal schweigen.
    Ich bin für Programmatik, für klare Profile. In der Praxis zeigt sich beides sowieso. ‚Irgendwie links‘ ist kein Programm, höchstens ist in der Praxis des Online-Freitag ablesbar, was das sein soll: eine Marke für – Adorno würde sagen: – laxes Denken und Schreiben. Auch Begriffe, politische erst recht, haben Geschichte.

    rainer kühn

    13. Februar 2011 at 21:02

    • Mir sind „Motive“ ziemlich egal, vor allem die, die dann in Begrifflichkeiten gekleidet werden. Deswegen habe ich die Gründe (bis auf einen), die zu Ausschlüssen geführt haben, ausdrücklich offen gelassen. Den Versuch, es nun über eine Hintertür hereinzutragen, lehne ich ab. Ich finde, mit dem Negativpreis, vor allem in den dazu erfolgten „Diskussionen“ ist letztlich in großen Teil Wirklichkeit abgebildet worden.
      Um es auf einen Punkt zu bringen: Die Beliebigkeit, die Du zurecht ansprichst wurde mit dem Versuch der Hermetik begegnet. DAS konnte nicht gut gehen.

      Das jetzige Problem ist, dass der „Relaunch“ zum Popanz werden wird, die Mentalreservation wurde bereits in den Kommentaren deutlich.

      ed2murrow

      13. Februar 2011 at 21:28

      • Ja, mit Deiner Antwort kann ich gut weiterdenken. Ich bin Leser, und mache mir eine Meinung. Äußern werde ich die auch, aber wohl nicht mehr dort, wo ich mich einst gerne geäußert habe, weil dort angemessene Antworten kamen, in dem Rahmen, den ich mir selber abstecken wollte im Bedenken von Leben in Gesellschaft mit allen. Mir scheint solcher Verlust ‚irgendwie zeitgemäß‘, ich habe aber im weltweiten Netz schon neue Orte gefunden, ganz individuelle, wo ich mein Denken zur Diskussion stellen will. Dir Dank für notwendiges Bilanzieren & Guten Gruß aus Münster, Rainer

        rainer kühn

        13. Februar 2011 at 22:29

      • Weiter-, nicht Fortentwicklung, denke ich, ist schon mal ein guter Ansatz 🙂

        ed2murrow

        13. Februar 2011 at 23:00


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