ed2murrow

Europa ist mitten unter uns

Bundesbänker Thilo Sarrazin in „Der Freitag“ – Deutschland schafft

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Keine Sorge, Sarrazin war nur in der Bundespressekonferenz, nicht im Sancta Sanctorum des Berliner Meinungsmediums von Jakob Augstein, um das Gewerk „Deutschland schafft sich ab“ vorzustellen. Aber es ist beinahe so, als wäre er persönlich anwesend gewesen. Der Autor Michael Jäger meint „Sarrazin hetzt“ (273 Kommentare(*), seine Kollegin Ulrike Winkelmann ruft „Manege frei im Zirkus Sarrazin“, Magnus Klaue untersucht die „Phänomenologie des Provokateurs“ und selbst bei der hochpolitischen K-Frage, also der nach dem Kapitän der Nationalmannschaft, Abteilung Fußball, spielt beim Namen „Özil“ das Kopftuchmädchen sarazenischer Herkunft eine Rolle: „Flache steile Hierarchie“ oder wenn man zum Begriff Leitwolf frei die Assoziationen schweifen lässt.

Aber nicht nur für die Redaktion ist Herr S., wie er mittlerweile genannt wird, ein echtes Häppchen. Denn Der Freitag lebt seine Philosophie, das lesende Volk selbst zum Mitmachen zu animieren, bei derlei Reizfiguren voll aus. Die Blogger dort, lt. Angaben der Plattform mehr als 7.000, haben das Wort, eine kleine Auswahl; Die freie Autorin Doris Brandt zitiert in „Dosenfleisch und Migrantenstadl“ den vielversprechende Beginn einer unheiligen Allianz aus Herrn S., Eva Hermann und weiteren politisch unkorrekten Bürgern zu einer neuen Partei; ein Berliner, von dem man nur weiß, dass er arm ist, entgegnet Michael Jäger (198); Autor Hans-Peter Waldrich, ausnahmsweise als Blogger unterwegs, zeigt auf, dass „Israel: Großes Lob für Sarrazin!“ übrig hat; Joscha Bach setzt einen eigenen Akzent mit Intellektuelle Wehrlosigkeit: Wo Kritik an Sarrazin ins Leere geht; einen stimmungsvollen Exkurs zur Bundespresseschau bietet Gill Bost mit Sarrazin und seine Abschaffung Deutschlands (89); der Verfasser dieser Zeilen sieht Rassismus und Meinungsführerschaft (163) in einem wieder erwachten Zusammenhang.

Intelligenz als naturwissenschaftliche Größe, gepaart mit der soeben von S. entdeckten „Soziogenetik“ untersucht der Arzt Christoph Leusch aka Columbus in Die geheimnisvollen Aschkenasim und Der Bolzenschuss für unsere Intelligenz. Seine Stichworte u.a. Biologismus, Vulgärsoziologie, Pseudowissenschaft; Tom Gard versucht sich bisher in drei Teilen am Thema Rassismus der Intelligenz.

Eine internationale Presseschau, neben den Stimmen Waldrichs aus Israel bietet Josef Allensteyn Puch als J-AP mit Die causa Sarrazin in der Auslandspresse (67).

 Ist das medialer Overkill alleine für dieses Medium, Print und online? Nein, denn erst aus den selbst geschriebenen Zeilen und der sich daraus entwickelnden Diskussion ergeben sich die Punkte, die die Beteiligten als wichtig erkennen. Ein Lernprozess. Der eminent ist, meint man es mit einem friedlichen Miteinander wirklich ernst. S. sollte zu einer Metapher werden für das, was diesseits und jenseits des Sarazenentums an Menschenfeindlichkeit geherrscht hat, herrscht und nun ein kräftiges Lebenszeichen von sich gibt. Deutschland schafft das.

 

Nachtrag am 05.09.2010: Der Informationsdienst Wissenschaft bei der Universität Bayreuth hat am 02.d.M. einen Artikel des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V. unter dem Titel Thilo Sarrazin hat grundlegende genetische Zusammenhänge falsch verstanden veröffentlicht. Dort führt Dr. Kerstin Elbing u.a. aus:

Die genetischen Thesen von Herrn Sarrazin sind nicht mit den modernen Erkenntnissen zur Evolutionsbiologie des Menschen vereinbar.“ „Dass es auch messbare Unterschiede in Intelligenzleistungen gibt, liegt nur daran, dass die Intelligenztests durch kulturelle Vorerfahrungen beeinflusst werden. Jede Volksgruppe, die einen Intelligenztest auf der Basis ihrer eigenen Kultur entwickeln würde, würde feststellen, dass die meisten anderen Kulturen durchschnittlich schlechtere Leistungen zeigen als die Mitglieder des eigenen Kulturkreises“.

Wer über Tatsachen lesen will und nicht über Mutmaßungen („Halbwissen, das nicht dem Stand der Evolutionsforschung entspricht“), dem sei der Artikel anempfohlen.

(*) In Klammern die Anzahl der Kommentare per 02.09., 10:00 Uhr

 

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Written by ed2murrow

2. September 2010 um 11:38

13 Antworten

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  1. Sarrazin, Debattenmacher und Kalorienzähler eher denn Buchautor; Lawinenmacher und Langsamsprecher eher als Medienprofi. Doch die Karawane nimmt sich der ‚Thesen‘, die ja keinesfalls neu sind, an. Für mich war von den versammelten Artikeln der von Magnus Klaue sehr überzeugend: Der Provokateur bedient vorhandene Ressentiments.
    Gerade kam in den Nachrichten, eine Partei rechts neben den C-Parteien sei möglich, mit bis zu 20prozentiger Unterstützung. Etwa 60% der Bevölkerung teilten Sarazzins Äußerungen in wesentlichen, nur 29% lehnen sie klar ab.
    Die Welt wird zwar nicht komplizierter, aber ob ausgerechnet Deutschland …? Ich bin jedenfalls schon mal geschafft für heute.

    rainer kühn

    4. September 2010 at 00:14

  2. Lieber Rainer Kühn,
    „ob ausgerechnet in Deutschland“ hat sich ja auch La Repubblica gefragt, nachzulesen in der Presseschau von J-AP, oben verlinkt. Es ist aber ein europäisches Phänomen, mit leichten Variationen des Themas. Wie mag man sich sonst die de-facto-Auseinanderdividierung Belgiens erklären, die Roma-Aktionen des Sarkozy, die Erfassungsaktionen der diversen Regierungen Berlusconi, von den obiter dicta von BZÖ (Österreich), Vlaams Belang (Belgien), FN (Frankreich) ganz abgesehen?

    Was man gerne übersieht, und die eindimensionale Kritik an einer Person wie S. hilft dem nicht ab, im Gegenteil, ist, dass es mittlerweile ein gut funktionierendes Netzwerk der Nouvelle Droite auf kontinentaler Ebene gibt. Wir nehmen sie nicht so wahr, wie etwa in die U.S.A die Tea-Party, weil es keine europäische Sprache gibt und u.a. kaum Publikationen bereit sind, Verhältnisse in den jeweiligen Nachbarländern „zu übersetzen“.

    Danke fürs Lesen, Ihr e2m

    ed2murrow

    4. September 2010 at 09:17

  3. Diese selbstgerechten „Linksdenker“ haben sich nun im Kollektiv auf die jüngste Causa Sarrazin gestürzt, um sich wieder einmal alle gegenseitig ihre absolute politische Korrektheit zu bestätigen !
    So eine oberflächliche,plakative Sichtweise genügt heute nichtmehr,um reale Probleme aufzuspüren.
    Ich wundere mich bei dieser breit gefächerten Diskussion z.B.,dass niemand das Schicksal der Berliner Jugendrichterin erwähnt,die sich erst kürzlich im Grunewald erhängt hat und ein Buch über Probleme in Bezug auf verfehlte oder garnicht geleistete Integrationspolitik hinterlassen hat, dessen teilweiser Abdruck im Spiegel einem allein schon die Haare zu Berge stehen lässt ! Das dies von all diesen linken Gerechtigkeitsdenkern keine Erwähnung findet,obwohl es zu der von Sarrazin angesprochenen Problematik unbedingt dazugehört, macht mich besonders misstrauisch ! Und ich denke,es liegt daran, dass hier die Problematik nicht so relativ leicht in die rechtspopulistische Ecke abgestellt und hineinverharmlost werden kann von den frommen Linken.Und zwar deshalb nicht, weil sie beides sind:Erschreckend und lückenlos nachweisbar !
    Ich hätte mir früher nicht träumen lassen, dass es einmal ein Spiessertum von Links geben könnte, aber, wenn man darüber nachdenkt, scheint es logisch. Denn alle gesellschaftpolitischen, bzw. kulturellen Strömungen leben sich mit der Zeit ab und die, denen Neues nichtmehr einfällt, halten starrsinnig dran fest.

    Drawida

    4. September 2010 at 10:49

    • Sehr geehrte(r) Drawida,

      ich finde es wiederum bemerkenswert, welche Gruppierungen sich besonders lauthals einige der steilen Thesen des Herrn S. zu Eigen machen. Die Frage, die sich daraus zwangsläufig ergibt, lautet: Warum hat der Buchautor, der gleichzeitig hoher Bundesbeamter ist, nicht darauf überhaupt verzichtet und letztlich sein Interview bei Lettre International lediglich in den Sachbezügen weiter ausgebaut? Warum hat er stattdessen am vergangenen Sonntag in der Welt genau die steilen Thesen noch einmal thematisiert?

      Wäre es nur Publicity, dann könnte man sich darüber unterhalten, ob das nicht mindestens so geschmacklos ist wie vor ein paar Jahren die Benetton-Werbung, die Sterbende abbildete. Allerdings zeigt der argumentative rote Faden des Herrn S. deutlich das Anliegen: Alles, was bisher versucht wurde in Richtung Integration, sei letztlich untauglich, weil man gegen Gene nicht ankönne. Nun frage ich Sie: Welchen Gen-Pool hätten Sie denn gern?

      e2m

      ed2murrow

      4. September 2010 at 13:00

      • Mir fällt in der Diskussion hier eine ‚Figur‘ auf: 1. „dass es mittlerweile ein gut funktionierendes Netzwerk der Nouvelle Droite auf kontinentaler Ebene gibt“, und daneben 2. „nicht träumen lassen, dass es einmal ein Spießertum von Links geben könnte“.
        Also ein klassischer Gegensatz, der sich in dieser Konstellation/Beschreibung aber nicht „bekämpft“ und ‚positiv aufhebt‘, sondern der ‚fortwest‘ als Folge der ‚versäumten Revolution‘. Platte Form negativer Dialektik.
        Daß Integration lokal mal klappt, ist ja nur die Ideologie dafür, daß sie national und global scheitert und immer nur ein bisserl nachgebessert wird. Überall leben die Menschen nicht miteinander, sondern begegnen sich zwangsläufig nach dem kapitalistischen Vernutzungsprinzip. Und nicht einzelne Personen machen die Erde mit ihren Lebewesen kaputt, sondern das Menschengemachte, in das sie sich fügen (müssen). Ich meine damit, Integration als Zwang ist so systemisch wie Ausgrenzung.
        Sarazzin füllt Rollen aus, Funktionen; die Reaktionen darauf gehören dazu, sind Abwehr nach oben, zum herrschaftlichen Gang der Dinge. Im Prinzip sind die provokanten Diskussionen berechenbar.
        Mal ‚groß gesagt‘: Es ist sinnlos, im ganzen Falschen das Detail bessern zu wollen. Und das würde ich eher den Linken sagen wollen, als den Rechten. Die haben eh eine völlig verkehrte Anschauung einer zukünftigen Welt, nämlich die Verewigung von Herrschaft und Sklaverei, die Verewigung des schlechten Bestehenden.
        Herz, Kopf, und Klopfen an der Utopie!

        rainer kühn

        4. September 2010 at 13:44

  4. „Es ist sinnlos, im ganzen Falschen das Detail bessern zu wollen.“
    Trotzdem ist es der Versuch, step by step den Rückfall in die Barbarei zu verhindern. Wie bei Allem: Immer nur ein Versuch, inkl. dessen, das „im Ganzen Falsche“ begreifen zu wollen.

    ed2murrow

    4. September 2010 at 15:18

  5. Mit „Gen-Pools“ habe ich natürlich nichts am Hut. Aber mit dieser deplazierten Fangfrage lenken Sie auch nur wieder von der Grundfrage meines Kommentars ab, warum nämlich diese selbsternannten Antifaschisten hier garnicht erst nach der zugrunde liegenden Problematik fragen,die ganz offensichtlich nicht nur Herrn Sarrazin quält, sondern auch andere in dieser Sache sogar ganz direkt beruflich Engagierte(siehe Heise). Und zwar so sehr, dass sie daran plus der Ignoranz der gesamten Politik zerbrechen und wie im Falle Heise den Freitod wählen müssen.
    Dieses tragische Schicksal und ihr Buch als Vermächtnis an die Nachwelt hätte doch in diesem Zusammenhang auch erst einmal diskutiert werden müssen, oder finden sie nicht ? Auch das persönliche Engagement von Herrn Sarrazin aus seiner Sicht wäre es anstanshalber erst einmal wert gewesen, auf seine Seriösität überprüft zu werden. Allein vom Standpunkt der Menschenfreundlichkeit her, deren Mangel ihm ja von Seiten dieser Kritiker/innen vorgeworfen wird. Und nicht nur dies. Man hat sich ja von dieser Seite her geradezu lüstern von Anfang an auf ihn gestürzt,als ein willkommenes neues Opfer,an dem man seine eigene Integerheit und seine Reinheit von jenen üblen Eigenschaften wieder einmal herausklecksen konnte, die in den hehren Reihen der Linken angeblich nie beheimatet waren. Bei diesem frölichen Hauen und Stechen hat man dann glatt das Thema vergessen,um das es eigentlich bei dieser ganzen Sache ursprünglich ging, Herrn Sarrazin jedenfalls und nicht wenigen anderen auch.Denn -so verschroben seine Ansichten auch teilweise sein mögen, so ist er doch für mich offensichtlich ernsthaft an der Sache engagiert und sagt und schreibt, was er denkt ! Damit ist er in dem jetzigen Meinungsgetümmel der Prominenten schonmal eine rühmliche Ausnahme ! Er taktiert eben gerade nicht, wie die meisten anderen und wie jetzt viele seiner Kritiker.
    Was die veröffentlichten Zeitungskritiken angeht,die ich bisher gelesen habe, finde ich bisher jene des in Berlin lebenden Schriftstellers Richard Wagner aus der NZZ am treffendsten. (Sarrazin, die Muslime und das Grimmsche Wörterbuch).

    Drawida

    4. September 2010 at 17:23

  6. „Bei diesem frölichen Hauen und Stechen hat man dann glatt das Thema vergessen,um das es eigentlich bei dieser ganzen Sache ursprünglich ging, Herrn Sarrazin jedenfalls und nicht wenigen anderen auch“
    finde ich im Zusammenhang mit dem von Ihnen „erwähnten“ Suizid von Frau Kirsten Heisig (um des Gedenkens Willen sollte man sie wenigstens post mortem beim ihrem richtigen Namen nennen)bizarr.

    Genau das ist es, was mich an der Diskussion stört: Mythenbildung. Und in der Tat die Verdeckung der Crux, der wir dabei begegnen. Nämlich dass einzelne Menschen wie Richter, Mitarbeiter in Jugendämtern, Anwälte, Sozialarbeiter, Streetworker, Polizeibeamte alleine gelassen, aufgerieben werden, nicht von mangelnder Integrationswilligkeit, sondern zwischen der völligen Gleichgültigkeit derjenigen, die erst aufwachen, wenn es heißt: Es brennt, und denjenigen, denen das Wolkenkuckucksheim „Pluralität“ ständige Wohnstatt ist.

    Diese Bandbreite ist es, die auf freitag.de diskutiert wird, und zwar sehr kontrovers. Wenn Sie wollten, könnten Sie sich selbst vergewissern. Auch Wagner wurde besprochen, lesen Sie einfach und bilden Sie sich erneut eine Meinung. Mehr habe ich nicht anzubieten, am Wenigsten, Sie überzeugen zu wollen.

    ed2murrow

    4. September 2010 at 18:48

    • „Trotzdem ist es der Versuch, step by step den Rückfall in die Barbarei zu verhindern.“ – Ja, ed2murrow, Ihre Antwort unterschreibe ich voll und ganz. So möge die ‚Soziale Praxis‘ sein, und im Denken, so läufig daneben, neben der Alltagspraxis, dieses „nix geht mehr“, das Adorno als zu überwindende Aufgabe mitgegeben hat.

      rainer kühn

      5. September 2010 at 01:38

  7. Sie gehören also zu denen, die unfair werden, wenn sie sich moralisch in die Enge getrieben sehen ! Deshalb ist dies auch mein letzes Kommentar hier, hab es mir schon gedacht ! Was wissen Sie schon von meiner Achtung gegenüber dieser Frau, die man, wie ich denke, mit ihrem echten Engagement und der für sie anscheinend immer bedrohlicher werdenden Situation völlig allein gelassen hat und der man in den Freitagsblöcken -auch in ihren-noch nicht einmal post mortem soviel Achtung entgegen gebracht hat, dass man ihrer bei der Sache gebührend gedachte !
    Sie sind einer dieser herzlosen,kleinlichen Besserwisser, die in mir nur Beklemmungen und Angst verursachen.

    Von dem, was Sie schreiben,Rainer Kühn, finde ich einiges diskussionswürdig und war überrascht von Zügen echter Menschlichkeit bei ihnen. Manche Sätze könnte ich so unterschreiben, wie sie da stehen. Aber ich habe mittlerweile zwar keine Islamophobie, sondern eine Rechts-Links-Phobie und kann auch ihnen gegenüber kein Vertrauen mehr aufbauen.
    Politische Schlagwörter und Theorien haben uns genauso in den Abgrund geführt wie unsere hehre Wissenschaft, die nun die Gene erforscht. Natürlich gibt es verschiedene Gene, so wie es auch verschiedene Intelligenzen gibt, verschiedene Körperformen, was weiß ich. Vielleicht gibt es sogar so etwas, was man als Gen-Pools bezeichnen könnte. Das ist ja nicht das Problem. Das Problem ist die tödliche Arroganz und Beschränktheit von Menschen, daraus bleibende Urteile und Wertigkeiten herausziehen zu wollen. Und wenn Sarrazin tatsächlich meinen würde, es brächte uns weiter, wenn wir uns mit dieser unseligen Wissenschaft befassen, so fände ich das schade. Aber ich weiß garnicht,ob er das wirklich tut, denn ich habe bisher nur den Auszug seines Buches im SPIEGEL gelesen. Dennoch fände ich es ungerecht,ihn auf diese Art und Weise anzugreifen und in den Schmutz zu ziehen, wie das geschehen ist. Immerhin hat er sich ernsthaft seine Gedanken gemacht zu einer Problematik, die anscheinend für die Parlamentarier garnicht vorhanden war und es kommt jetzt ein bisschen mehr Blutzirkulation in diese eingeschlafenen Füße !

    Drawida

    4. September 2010 at 21:50

  8. Rückfall in die Barbarei ? Wenn damit Unmenschlichkeit gemeint ist,dann währt diese meiner ethischen Auffassung nach hier auf diesem Planeten schon seit zigtausenden von Jahren !Ich gehöre nicht zu denjenigen, die glauben, dass der frühe Mensch unmenschlicher war,als der heutige. Eher im Gegenteil ! Je weiter er sich von der Natur entfernt, sich vermeintlich über sie erhoben hat, desto unmenschlicher,unähnlicher ist er sich selbst geworden. Die Indianer Nordamerikas waren moralisch noch nicht so degeneriert,wie die Weißen. Sie haben die Natur noch als etwas heiliges,schützenswertes begriffen. Es ist die Arroganz des Menschen, die nur seine Spezies entwickeln konnte,bzw. fehlentwickeln konnte, die sich gegen deas gesamte Leben stellt. Die Arroganz beinhaltet den Glauben an Gewalt. Und dieser Glaube des Menschen an die Gewalt hängt wiederum an dem Fehlglauben,alles mit dem Verstand erfassen zu können. Die höchst mögliche menschliche Vertehbarkeit ist die allumfassende Liebe und die Demut, die sich in folgenden Worten Hölderlins ausdrückt:
    „Was wir sind, ist nichts – was wir suchen,ist Alles“.

    Wer immer ein Herz hatte,konnte verstehen -und an der Menschheit leiden, die Menschheit dann versuchen,mit seinem Wissen zu begütigen, so, wie Buddha. Es gibt in seiner Lehre die „7 niederreissenden Fesseln“,die Leiden verursachen. Eine davon ist „Der Glaube an die Persönlichkeit“. Das sollten sich jene die sich in der Linksdenkertradition eingereiht fühlen(Adorno)genauso überlegen, wie diejenigen, die sich dem rechten Spektrum zugehörig fühlen.
    Der Buddhismus ist deshalb die freundlichste,herzlichste Lehre, weil er weder einen Gott(Herr) braucht, noch empfiehlt,sich an menschliche Sozialtheorien zu halten. Er sagt:erforsche Dich selbst in immer wieder neuer Selbsterkenntnis und versuche immer, Leiden zu mindern.Das ist wahres Geistesleben.

    Drawida

    5. September 2010 at 08:18

    • Dass immer dann, wenn man nicht mehr weiter weiß, Religion ins Spiel kommt, ist symptomatisch. Dass es dann auch noch in werbender Form für eine Dritte geschieht, statt den scheinbaren Kontrast zwischen Christentum und Islam aufzulösen, was ja eines der Themen des Herrn S. wäre, ist genau das Gegenteil von Aufklärung. Allerdings genauso populär wie die Beatles im Ashram.

      ed2murrow

      5. September 2010 at 12:02

  9. Leider scheinen Sie in ihrer Vorurteilshaftigkeit unbelehrbar zu sein: Budhismus in Reinform ist keine Religion, sondern tiefe Lebensweisheit, Philosophie und Psychologie in einem.So jedenfalls würde ich es formulieren.
    Dazu passend gibt es gerade jetzt ausnahmsweise ein blog in der FC von bildungswirt, in dem ich allem zustimmen kann.
    Glauben Sie allen Enstes, politische Theorien könnten in diese verstörte und degenerierte Menschengesellschaft noch rettend eingreifen ?
    Man kann im Grunde doch nur noch auf ein unbenennbares Wunder hoffen und versuchen, in sich selbst neue Werte zu schaffen und diese dann auch konsequent zu leben.
    Das schlechteste ist die Starrsinnigkeit und die Vorurteilshaftigkeit. Damit kommen wir keinen Schritt mehr voran. Selbstkritik ist der erste Weg…
    Deshalb möchte ich mich auch bei Ihnen jetzt hier entschuldigen für einen Satz in meinem dritten Kommentar, der beginnt mit „Sie sind einer…
    Immerhin hatten Sie soviel Größe, dasKommentar trotzdem zuzulassen.
    Ich bin manchmal etwas zu spontan und sage oder schreibe dann Dinge, die ich bei reiflicher Überlegung
    nicht sagen oder schreiben würde. Dennoch sagt mir meine Lebenserfahrung nun, dass es für mich hier bei Ihnen nicht erquicklicher mehr werden kann. Ich wünsche Ihnen noch schönes Leben und vielleicht beschäftigen Sie sich ja doch noch einmal irgendwann mit der reinen Lehre Buddhas.

    Drawida

    5. September 2010 at 15:54


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